Das Languedoc-Roussillon stellt das größte Weinanbaugebiet der Welt dar. Es erstreckt sich von der Rhône bis hin zur spanischen Grenze und ist fünfmal so groß wie das australische Weinbaugebiet. Dank der geografischen und geologischen Vielfalt verfügt die Region über ein ganzes Arsenal von einzigartigen Terroirs, zu denen auch überraschende und außergewöhnliche Weinbaulagen gehören, wie beispielsweise die Schieferterrassen von Banyuls oder der Weinberg Sables du Golfe du Lion, den man vom Strand aus sehen kann. Im Anschluss an die schwere Weinbaukrise in den 1970er Jahren wurde das Weinbaugebiet komplett umgestellt, mittelmäßige Rebsorten wurden durch neue, edle Rebsorten ersetzt. Nur dreißig Jahre später werden die Weine der Region weltweit vermarktet. Das Exportgeschäft blüht, und das Languedoc-Roussillon macht sich als die neue große französische Weinbauregion einen Namen.

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http://www.vins-du-roussillon.com
Das Languedoc-Roussillon bildet ein großes natürliches Amphitheater zwischen dem Zentralmassiv und dem Mittelmeer. Der Wein findet hier unter dem Einfluss des mediterranen Klimas optimale Bedingungen vor, wie trockene und windige Wintertage, Niederschläge im Frühling und im Herbst nach der Weinlese, maximale Sonneneinstrahlung… Das Leben in der Region ist von zwei heftigen Winden geprägt, dem Mistral und dem Tramontane, die die Rebstöcke förmlich trocken blasen, wodurch das Risiko eines Krankheitsbefalls minimiert wird. Das warme Küstenklima bringt überschwängliche, aromatische und im Mund runde Weine hervor. Im Landesinneren hingegen, d.h. auf den Hügeln am Rande der Ausläufer des Zentralmassivs, werden strukturiertere, kräftigere Weine erzeugt. In der Nähe von Carcassonne weist das Klima zusätzlich atlantische Einflüsse auf.
Die Römer führten den Weinanbau ein, als die Region noch Teil der reichen Provinz Narbonne war, die über die Via Domitia direkt mit Rom verbunden war. Zahlreiche Bauwerke aus dieser Epoche sind heute noch erhalten, von der Arena in Arles bis hin zum Quadratischen Haus in Nîmes. In Montpellier ist das Mittelalter mit der herrlichen gotischen Altstadt und berühmten Medizinischen Fakultät allgegenwärtig. Weiter südlich, in Perpignan, macht sich der spanische Einfluss bereits deutlich bemerkbar. Hier spricht man Katalanisch, fischt Sardellen und hat Feuer im Blut. Diese Region hat sich dank des dynamischen Engagements der Winzer binnen 30 Jahren von der Tafelweinbereitung verabschiedet und erzeugt nun AOC-Weine.
Zwischen Nîmes, Perpignan und Carcassonne finden sich sehr unterschiedliche Terroirs. Da gibt es sandige Lehmterrassen und Schiefermassive, wie beispielsweise das Roussillon, neben terrassenförmig angelegten Weingärten direkt an der Küste, dort wo die Pyrenäen in das Blau des Mittelmeers eintauchen. Auch Kiesel- und Kalkböden sind in der Region zu finden. Diese vielfältigen Böden bringen eine breite Palette sehr unterschiedlicher Weine hervor, die unzählige aromatische Variationen aufweisen, manchmal sogar innerhalb derselben Appellation. Allgemein herrschen im Küstengebiet Sand- und Kalkböden sedimentären Ursprungs vor, in den Bergregionen finden sich vor allem Schieferböden.