Aus ihrer langen Geschichte hat sich die Bourgogne ein unaufhörliches Streben nach Erstklassigkeit bewahrt. Die großen Bourbonen, deren Reich sich bis zur Nordsee hin erstreckte, gaben im Mittelalter mit besonderer Hilfe der Zisterziensermönche den Städten, aber auch den Weinbaulandschaften ihr Gesicht. Zu diesem ausgedehnten landwirtschaftlichen Gebiet gehören sehr unterschiedliche Regionen, wie beispielsweise die Region Morvan, eine der regenreichsten und kältesten Gegenden Frankreichs, oder die Weinregion Côte Chalonnaise, eine sonnenverwöhnte Oase mit heißen Sommern. Sämtliche Weinberge der Bourgogne befinden sich in guter Sonnenlage. In diesem Weinbaugebiet mit kontinentalem Klima werden berühmte Weine erzeugt und Pinot Noir sowie Chardonnay gelangen hier zur Vollendung.
Die Bourgogne lässt sich als kalte Region mit kontinentalem Klima beschreiben. Aufgrund der großen Entfernung zum Mittelmeer und zum Atlantik sind die Winter streng. Dennoch ist es den Winzern gelungen, die wärmeren Terroirs für den Weinanbau zu nutzen, selbst in Chablis, dem nördlichsten Terroir der Region. Im Süden werden bereits seit dem Mittelalter auf einem schmalen, 150 Kilometer langen Streifen auf den wärmsten Böden in bester Ost- und Südlage die in diesen Lagen am besten gedeihenden Rebsorten angepflanzt. Trotz des nördlichen Klimas sind die Hänge der Bourgogne vor dem trockenen, kalten Nordwind geschützt und geben sich der Sommer- und Herbstsonne hin, was den Rebsorten Pinot Noir und Chardonnay sehr gut bekommt. Und die Ergebnisse sind ja bekannt.
Im Weinbaugebiet Bourgogne findet man den nach landläufiger Meinung „typischen“ französischen Winzer, d.h. einen verschlossenen, leidenschaftlichen Handwerker, der Erde und Natur respektiert. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Domänen hier im Durchschnitt sehr klein sind und das Anbaugebiet stark fragmentiert ist. Es gibt eine beeindruckende Anzahl kleiner Erzeuger, die mit viel Liebe und individueller Kunstfertigkeit Wein ausbauen. Diese etwas geheimnisvolle Atmosphäre lässt sich in den zahlreichen Weindörfern der Region hautnah erleben, ebenso wie in den Clos, den hinter mächtigen Mauern versteckten Weingütern. Die tief verankerte ländliche Tradition gibt Anlass zu schönen Weinfesten, wie das Fest des Heiligen Vinzenz, an dem die Weinkeller allen offen stehen und die Geheimnisse der Weinbereitung einen Tag lang geteilt werden, um dann wieder verborgen zu werden.
Aufgrund seiner großen Ausdehnung umfasst das Weinbaugebiet Bourgogne viele unterschiedliche Terroirs. Drei große Terroirs erleichtern dabei die Orientierung. Im Norden findet sich das Terroir Chablis, das im Wesentlichen auf Kalkhängen gelegen und zuweilen mit Fossilien sedimentären Ursprungs durchsetzt ist. Es gehört geografisch bereits zum Pariser Becken. Das zweite große Terroir umfasst die Côte de Nuits und die Côte de Beaune. Über eine Länge von 50 Kilometer überragt hier ein schmaler Streifen mit steilen Kalksteinhängen die Saône, ein Nebenfluss der Rhône. Das hydrologische System ist hier wärmer als in Chablis. Das dritte Gebiet umfasst schließlich die Côte Chalonnaise und das Mâconnais. Es besteht aus tieferen, kalkhaltigen Lehmböden und unterliegt bereits dem Einfluss des Mittelmeers.