Die Region Bordeaux verfügt über eine hervorragende Lage, denn Stadt und Region verbinden den Norden und den Süden auf perfekte Weise miteinander. Die Wirtschaft ist international ausgerichtet, das Stadtbild mit seiner beeindruckenden Architektur erinnert mehr an Paris als an das Mittelmeer. Doch Bordeaux mit seinem milden Klima und seiner außerordentlich hohen Lebensqualität bietet auch südländisches Flair. Surf-Spots gibt es genug und die heißen Sommer und endlosen goldgelben Strände laden zu Badefreuden ein. Die Gastronomie weist baskische und spanische Einflüsse auf. Dieses perfekte Gleichgewicht zwischen Norden und Süden spiegelt sich auch in den Weinbaugebieten und Weinen wider.
Gäbe es den Ausläufer des Golfstroms nicht, d.h. der wohltuenden Meeresströmung, die den Nordatlantik bis nach Norwegen hin erwärmt, so wäre es in der Region Bordeaux ebenso kalt wie in New York, das in vergleichbaren Breitengraden liegt. Dem ist jedoch nicht so. Statt dessen ermöglichen die heißen Sommer und insbesondere der warme Spätherbst eine gute Reifung der Trauben. Durch die Nähe des Atlantiks, dessen salzige Gischt durch den größten Pinienwald Europas aufgefangen wird, herrscht ein warmes, gemäßigtes Klima vor. Die ausgedehnte Mündung der Gironde, die sich über 100 Kilometer weit ins Landesinnere erstreckt, trägt ebenfalls ihren Teil zu diesem gemäßigten Klima bei, das sich auch in den Weinen wiederfindet. Denn diese sind sonnenverwöhnt, jedoch ohne übermäßige Fülle oder Schwere. Genau das, was man unter Ausgewogenheit versteht.
Die Stadt Bordeaux stellt ebenso wie das Klima in dieser Region ein Bindeglied zwischen Nord und Süd dar. Aus der englischen Herrschaft während des Mittelalters hat man sich eine gewisse Langsamkeit und Klasse bewahrt. Die Professionalität und Weltoffenheit der Stadt zeugen noch heute von den Handelsströmen mit den Hansestaaten und Holland, und von Ludwig XIV. stammt ihre gerade, geometrisch angeordnete, klassische Architektur, die sich in den unzähligen Châteaux aus hellem Stein wiederfindet. Doch in Bordeaux ist auch die südländische Lebensart zu Hause. Man liebt es, zu essen und zu feiern, nicht zuletzt, weil die Einwohner aus ganz Aquitanien, dieser schönen Provinz an der Grenze zu Spanien, stammen. Bilbao oder Toulouse liegen hier näher als Paris.
Das Mosaik der Terroirs von Bordeaux hat zwei wesentliche Ursprünge. Am linken Garonne-Ufer und entlang der Mündung prägen Schwemmlandböden das Weinbaugebiet auf einer Länge von über 150 Kilometer. Hier finden sich nicht irgendwelche Böden, sondern hauptsächlich „Graves“, glattgeschliffener Kies und Kiesel aus den Pyrenäen, wo der Fluss 600 Kilometer entfernt entspringt. Aus diesen sand- und kieselhaltigen Schwemmböden sind wasserdurchlässige, sonnenverwöhnte Terrassen entstanden, die für den Anbau von Weinreben, insbesondere der Rebsorte Cabernet Sauvignon, wie geschaffen sind. Am rechten Garonne-Ufer werden an lehmig-kalkhaltigen Hängen mit tieferen Böden rundere, körperreichere Weine erzeugt, insbesondere aus der Rebsorte Merlot. Diese Terroirs sind unterschiedlicher Herkunft, es handelt sich um Sediment- und Schwemmlandböden mit hohem Kalkanteil.