Beim Elsass handelt es sich um einen sehr nördlich wirkenden Landstrich, obwohl das Thermometer im Sommer Temperaturen von über 30°C erreicht und die Zahl der Sonnenstunden überdurchschnittlich hoch ist. Dieses Phänomen ist auf das Vogesenmassiv zurückzuführen, welches das Rheintal vor den aus dem Westen heranziehenden atlantischen Tiefausläufern schützt. Die Wolken bleiben hier an den Gipfeln hängen und regnen sich an den Westhängen des Massivs ab. Die trockene Luft dagegen steigt an den Osthängen ab und erwärmt sich. Und genau dort liegen die der Morgen- und Mittagssonne zugewandten elsässischen Weingärten. Diese günstigen klimatischen Bedingungen halten oft bis weit in den Herbst hinein an und begünstigen die Überreife der Trauben sowie die Edelfäulebildung, die zur Gewinnung von Süßweinen der Art „Spätlese“ und „Trockenbeerenauslese“ erforderlich sind.
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In den elsässischen Weinbaugebieten scheint die Zeit stillzustehen. Sie liegen fernab vom geschäftigen Treiben dieser wirtschaftlich starken Region im Dreiländereck und nehmen ihren Platz oberhalb der elsässischen Ebene ein. Inmitten der Weinberge finden sich unzählige kleine Dörfchen mit roten Ziegeldächern und Spitzkirchen, und die so friedlich wirkende Postkartenidylle ist durch Fachwerkhäuser mit roten und rosafarbenen Geranien an sämtlichen Fenstern geprägt. Die sorgfältig angeordneten Weinberge lassen erkennen, dass man im Elsass die Ordnung liebt, und die zahlreichen Feinschmeckerrestaurants und Winstubs erinnern daran, dass man sich tatsächlich in Frankreich befindet. Diese tief in der Geschichte verwurzelte Dualität wird im Elsass geliebt und gepflegt und die Region ist von Lebensart, Gastfreundschaft sowie dem Streben nach dem bestmöglichen Weinanbau gekennzeichnet.
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Durch den Einbruch der Vogesen und des Schwarzwalds vor gut fünf Millionen Jahren entstand diesseits und jenseits des Rheins eine breite Ebene mit fruchtbaren Schwemmlandböden, die sogenannte Elsässische Ebene. Entlang der Vogesenverwerfung am Rande dieser Ebene erstreckt sich das elsässische Weinbaugebiet. Hier gibt es drei Terroirs. Das höchstgelegene liegt an Steilhängen mit wasserdurchlässigen, sauren Granit- und Sandböden, wo sich auch die Grands Crus-Lagen finden. Diese bringen die ausdrucksstärksten Weine hervor. Ein weiteres Terroir erstreckt sich über eine Hügellandschaft mit wasserdurchlässigen Kalk- oder Mergelböden in einer Höhe von 200 bis 300 m. Es bildet das Herzstück des elsässischen Weinbaugebiets mit seinen blumengeschmückten Dörfern. Und schließlich gibt es noch die hochgelegenen Schwemmlandterrassen mit Kiesel-, Sand- und Kiesböden.
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