Weiße Rebsorten bringen Trauben mit grüner, manchmal goldfarbener oder blassrosafarbener Haut hervor. Daraus lassen sich natürlich keine Rotweine gewinnen, dafür jedoch die gesamte Palette französischer Weißweine.


Aligoté

Die in der Bourgogne angebaute Rebsorte Aligoté wäre fast aus der Weinlandschaft verschwunden, als das Weinbaugebiet von der Welle der Begeisterung für die Chardonnay-Traube förmlich überspült wurde. Es ist ihr jedoch gelungen, Anerkennung und Rebfläche in der Bourgogne zurückzuerobern. Diese widerstandsfähige und frühreife Rebsorte gedeiht hervorragend auf Terroirs in Hanglage und wird mittlerweile auf einer Fläche von insgesamt 1.700 Hektar angepflanzt. Sie ist auch in Savoyen und im Jura sowie in Rumänien zu finden. Ertragsbeschränkungen stellen für diese Rebsorte ein wesentliches Qualitätsmerkmal dar. Aus Aligoté werden leichte, frische Weißweine gewonnen, die eine lebhaftere Säure aufweisen als die aus Chardonnay vinifizierten Weine. Sie eignen sich besonders gut zur Zubereitung von Brombeer- oder Johannisbeer-Kirs. Die Aligoté-Traube gibt sich lebhaft in den Hautes Côtes de Beaune und nuancierter in Richtung Saint Bris mit Noten von Holunderblüten, fast schon wie ein Sauvignon Blanc. In jüngster Zeit wurde ihr als besondere Anerkennung die Aufnahme in den Rebsortenbestand der Gemeindeappellation Bouzeron im Jahr 1997 zuteil.

Wo findet man diese Rebsorte?
Bourgogne


Chardonnay

Chardonnay ist die nächste weltberühmte Rebsorte. Die sehr anpassungsfähige Traube entfaltet allerdings nur in nördlichen Terroirs ihre gesamte Aromakraft sowie eine gute Säure, die für Ausgewogenheit und insbesondere eine gute Lagerfähigkeit steht. Es ist also kein Zufall, dass die besten Chardonnay-Weine aus der Bourgogne und insbesondere aus Montrachet kommen. Diese Rebsorte wird aber auch in der Champagne und im Languedoc angebaut, beispielsweise unter dem Banner der jung trinkbaren Vins de Pays, oder auch weiter entfernt im Loiretal, in der AOC Limoux und natürlich auf dem amerikanischen Kontinent. Die Chardonnay-Traube ist extrem empfindlich gegen Frühjahrsfrost, bringt jedoch stets edle Weine hervor, die sehr elegant sind und über ein ausgesprochen breites und komplexes Aromaspektrum verfügen. Lindenblüten, Pfirsich, Birne, Akazienhonig, Farn, Hefegebäck mit Zitrusfrüchten – ein wahres Fest für die Sinne.

Wo findet man diese Rebsorte?
Alsace, Bourgogne, Champagne, Jura - Savoie, Languedoc - Roussillon, Provence, Val de Loire


Chenin

Diese Rebsorte tauchte erstmalig im 11. Jahrhundert in der Region Angers auf, von wo aus sie sich anschließend in der Touraine und im gesamten mittleren Loiretal ausbreitete. Diese empfindliche und leicht faulende Rebsorte ist in sehr warmen Gebieten in Hanglage zu finden, wo sie bei Befall mit der Edelfäule ausgezeichnete Süßweine hervorbringen kann. Mit rund 10.000 Hektar Rebfläche findet sie sich auch im Crémant de Limoux aus dem Languedoc wieder. Die größte Anerkennung erhält sie jedoch im Loiretal, wo eine große Palette an Weißweinen aus dieser Rebsorte gewonnen wird, von trockenen Weinen über Schaumweine bis hin zu Süßweinen. Der Coteaux du Layon wird aus Chenin hergestellt. Der Vouvray wird ebenfalls aus Chenin gekeltert. Und auch der Savennières stammt aus Chenin! Diese Traube wird oft in der Assemblage mit Chardonnay und Sauvignon Blanc vinifiziert und trägt so zur aromatischen Komplexität der Weine von der Loire bei. Markenzeichen bei der Degustation sind Feinheit und Fruchtigkeit mit Aromen von Zitrusfrüchten, Birne, Quitte oder sogar von Honig und kandierten Früchten bei Süßweinen.

Wo findet man diese Rebsorte?
Languedoc - Roussillon, Sud-Ouest, Val de Loire


Gewurztraminer

Diese weiße Rebsorte ist...rosé. Sie ist mit der berühmten Savagnin-Traube aus dem Jura verwandt und stellt einen hervorragenden Vertreter des Elsass dar. Als große aromatische Rebsorte ist die Gewürztraminer-Rebe widerstandsfähig, wenn ihre Frühreife sie auch empfindlich gegen Frühjahrsfrost macht. In Frankreich werden nur 2.600 Hektar für die Herstellung von trockenen Weinen bepflanzt, die kräftige Aromen von Litschi oder Rosenholz aufweisen. Sie verfügen jedoch auch über Aromen von Lebkuchen oder Zitrusfruchtschalen. Auch ihre Farbe ist charakteristisch, da sie etwas dunkler als die von klassischen Weißweinen ist. Dies liegt daran, dass die Pigmentierung der Schale den Weinen goldene Reflexe verleiht. Im Mund geben sich die Weine voll, fast fett, und vor allem sehr kräftig. Werden die Trauben von der Edelfäule befallen, so ergeben sich überschwängliche Aromen mit Noten von Honig, getrockneten Aprikosen und Rosenkonfitüre.

Wo findet man diese Rebsorte?
Alsace


Marsanne

Mit einem Anteil von 60 Prozent an der weltweiten Gesamtrebfläche (2.000 Hektar) stellt Frankreich die Wiege der Rebsorte Marsanne dar, insbesondere das Rhônetal, wo diese Traube charakteristisch für die Weine der AOC Saint Joseph oder Hermitage ist. Die späte und krankheitsanfällige Rebsorte ist sehr ertragreich. Sie wächst bevorzugt auf kargen Granitböden, wo sie ihr Aromapotential optimal entfaltet. Die aus Marsanne stammenden Weine sind wenig säurehaltig und weisen eine größere Aromavielfalt auf als die aus Grenache Blanc gewonnenen Weine. Ihr Bouquet erinnert an Weißdorn, Steinobst und Honig. Häufig in der Assemblage mit Roussanne oder anderen Lokaltrauben verwendet, trägt Marsanne zur Aromavielfalt der Weißweine von der Rhône bei.

Wo findet man diese Rebsorte?
Languedoc - Roussillon, Provence, Vallée du Rhône


Mauzac

Im Herzen Südwestfrankreichs liegt zwischen Toulouse und Albi eine schöne Region, aus der die Rebsorte Mauzac stammt. Diese aromatische und spätreife Traube ist nicht frostempfindlich, jedoch anfällig für bestimmte Krankheiten, Milben und Heuwürmer. Bei einer guten Reberziehung mit geringen Erträgen bringt sie sehr feine Weißweine hervor, insbesondere in den AOC Gaillac und in Limoux, wo sie mit Chenin und Chardonnay für die Herstellung der Schaumweine der AOC Blanquette de Limoux (seit 1530) assembliert wird. Mit etwa 3.500 Hektar Rebfläche ist die Mauzac-Traube in Frankreich eine Rebsorte von untergeordneter Bedeutung. In Südwestfrankreich werden jedoch aus dieser Traube zarte Weine mit Aromen von Bratapfel, weißem Pfirsich oder Birne und einem pikanten Abgang gekeltert.

Wo findet man diese Rebsorte?
Languedoc - Roussillon, Sud-Ouest


Melon

Nachdem die ursprünglich aus der Bourgogne stammende Melon-Traube dort von der Rebsorte Chardonnay verdrängt wurde, siedelte sie sich ab dem Mittelalter an den Ufern der Loire an. Heute stellt sie die einzige für die Weine aus Muscadet verwendete Rebsorte dar, einer Region, in der milde Frühlingsnächte dafür sorgen, dass sie keinen Frost erleidet. 90 Prozent der 14.000 Hektar großen Ertragsfläche weltweit befinden sich in der Region Nantes. Aus Melon werden sehr klare Weißweine mit grünen Reflexen gewonnen, die spürbare Aromen von Jod entfalten und daher hervorragend zu Austern und Meeresfrüchten passen. Ihren Noten von weißen Blüten und Zitrusfrüchten liegt eine schöne Ausgewogenheit zwischen Lebhaftigkeit und Rundheit zugrunde, insbesondere wenn die Weine aus Melon einige Monate lang durch Hefesatzlagerung ausgebaut wurden, wie es oft bei der AOC Muscadet sur Lie der Fall ist.

Wo findet man diese Rebsorte?
Val de Loire


Muscat blanc

Aus der großen Familie der Muscat-Rebsorten stellt die Rebsorte Muscat Blanc die weitverbreiteteste dar. 45.000 Hektar weltweit sind mit dieser Traube bestockt, davon nur 6.500 ha in Frankreich. Vom Elsass bis Banyuls oder zum Cap Corse werden aus dieser sagenhaften mediterranen Rebsorte sowohl trockene Weißweine als auch Vins Doux Naturels gewonnen. Da sie frühreif und widerstandsfähig ist, erfolgt die Weinlese sehr früh. Aufgrund ihrer Krankheitsanfälligkeit und Empfindlichkeit gegen Wespen, die den Trauben den Zucker entsaugen, ist sie dennoch empfindlich. Da sie karge und steinige Böden bevorzugt, bewirkt Muscat Blanc wahre Wunder, wenn die sommerliche Hitze durch geografische Gegebenheiten gemildert wird, wie es bei der VDN Saint Jean de Minervois der Fall ist, wo große Frische und Süße miteinander in Einklang gebracht werden. Muscat ist leicht an ihren kräftigen Rosen- und Zitronengrasaromen oder auch dem Bouquet nach weißen Blüten zu erkennen. In trockenen Weinen zeichnet sie sich auch durch einen leicht bitteren Abgang aus, dank dem die Weine sehr durststillend sind.

Wo findet man diese Rebsorte?
Alsace, Corse, Provence


Petit Manseng

Im Süden Aquitaniens unweit der Pyrenäen stellt die Rebsorte Petit Manseng eine wichtige Grundlage der dort erzeugten Qualitätsweißweine dar. Die Trauben werden in der Appellation Jurançon manchmal erst beim ersten Schnee gelesen, da die Edelfäule die Herstellung von sehr aromatischen edelsüßen Weißweinen ermöglicht, die konzentriert und zart zugleich sind. Die Rebstöcke sind empfindlich gegen Frühjahrsfrost und krankheitsanfällig. Sie bedürfen daher einer sehr sorgfältigen Pflege. Die Mühen während der Reberziehung werden durch Weine mit angenehmer Komplexität, großer Ausgewogenheit und einer durch Rundheit perfekt gemäßigten Säure belohnt. Das Aromaspektrum ist mit Noten von Honig, Zimt, weißen Blüten, Pfirsich, Zitrusfrüchten usw. sehr breit, so dass diese Traube ein wichtiger Assemblagepartner für die Weißweine der Region ist. Die Rebsorte wurde von den Basken bis nach Uruguay exportiert. Auch in Frankreich nimmt die mit Petit Manseng bestockte Rebfläche kontinuierlich zu, beläuft sich derzeit allerdings noch auf nur rund 600 Hektar.

Wo findet man diese Rebsorte?
Sud-Ouest


Pinot gris

Diese berühmte und im reifen Zustand grau-bläuliche Traube wird ausschließlich im Elsass angebaut. Zwar ist sie auch in Italien weit verbreitet (Pinot Grigio), doch erreicht sie einen ganz außergewöhnlichen Reifegrad, der auch die Entwicklung der Edelfäule ermöglicht (Botrytis Cinerea), wenn sie in einer guten Lage an den Hängen der Vogesen angepflanzt wird. Der aus Pinot Gris d’Alsace gewonnene Wein gibt sich kräftig und vornehm zugleich, was auf die gute Anpassungsfähigkeit an die Böden der Region zurückzuführen ist. Mit komplexen Aromen und zuweilen rauchigen Noten ist er dank seiner ausreichend starken Säure gut lagerfähig. Aufgrund seines kräftigen Charakters kann er sogar anstelle von Rotweinen zu Wild gereicht werden und gehört zu den zugelassenen Rebsorten für die Grands Crus d’Alsace.

Wo findet man diese Rebsorte?
Alsace


Riesling

Eine echte Liebesgeschichte verbindet diese Rebsorte mit dem Rhein. Fluss und Rebsorte sind untrennbar miteinander verwoben, auch wenn die Riesling-Traube zuweilen selbst in Kalifornien oder Neuseeland zu finden ist. Sie stammt aus der Zeit der Römer und ist seit dem 9. Jahrhundert im Elsass heimisch. Heute bedeckt sie eine Rebfläche von etwa 3.400 Hektar. Als späte Rebsorte benötigt sie eine gute Sonnenlage sowie karge oder gar steinige Böden, damit genügend Zeit zur Reifung bleibt. Der schwere Winterfrost schadet ihr nicht, so dass sie im Elsass hervorragend gedeiht. Aus Riesling gewonnene Weine verfügen über ein komplexes und intensives Aromaspektrum, insbesondere wenn die Reben auf Schieferböden wachsen. Aufgrund der starken Säure, die im Mund durch eine große Fruchtigkeit und gewisse Rundheit gut ausgeglichen wird, verfügen sie über eine gute Alterungsfähigkeit. Ihre Geschmacksnoten reichen von einem Hauch von Zitrone bis hin zu Aromen von Blumen, kandierten Früchten, Pfirsich und Lindenblüten. Besonders beliebt ist diese Rebsorte aufgrund ihrer Säurestruktur, die den aus ihr gewonnenen Weinen eine besondere Eleganz verleiht. In bestimmten Jahren ermöglicht die Edelfäule die Erzeugung von großen edelsüßen Weinen.

Wo findet man diese Rebsorte?
Alsace


Rolle ou Vermentinu

Die Rebsorte Rolle, auf Korsika Vermentinu genannt, liegt ganz im Trend der vollmundigen und sehr aromatischen Weißweine, die zu gegrilltem Fisch und der mediterranen Küche gereicht werden. Sie wird vorwiegend in der Provence und auf Korsika angebaut, ist jedoch auch im Languedoc zu finden. Knapp 3.000 Hektar sind in Frankreich mit Rolle bestockt, weltweit sind es 7.000. Am häufigsten findet sich diese Traube in Italien. Die korsische Vermentinu ist oft von recht blasser Farbe und gibt sich im Mund vollmundig, sogar fett, wobei sie fruchtige und blumige Aromen mit einem Hauch von insbesondere weißen Blüten, Melone, Anis oder sogar Mimose entfaltet. In der Provence entwickelt sie eher Noten von Zitrusfrüchten und Lindenblüten. Mit einem hohen Zuckergehalt eignet sie sich auch zum Verzehr als Tafeltraube.

Wo findet man diese Rebsorte?
Corse, Provence, Vallée du Rhône


Roussanne

Die Rebsorte Roussanne ist schwierig und unberechenbar, weiß jedoch den Winzern, die sich für sie entscheiden, zu danken. Zwar ist sie krankheitsanfällig, wenig ertragreich und erlangt manchmal erst recht spät ihren optimalen Reifegrad. Aber in den guten Lagen in Savoyen oder dem Rhônetal wächst sie über sich selbst hinaus. So ist die in jüngster Zeit zunehmende Begeisterung der Winzer zu erklären, die heute die Qualitäten dieser Traube zu schätzen wissen. Von etwa 1.000 Hektar Rebfläche weltweit bewirtschaftet Frankreich den größten Anteil (60 Prozent). Mit einem Aromaspektrum, das sich an Honig, Weißdorn und Aprikose orientiert, bildet die Rebsorte Roussanne die ideale Ergänzung für die Assemblages des Rhônetals, indem sie der Marsanne-Traube, der vorrangigen Rebsorte für Weißweine dieser Region, Säure und aromatische Intensität verleiht. Sie ist zudem in der Toskana zu finden.

Wo findet man diese Rebsorte?
Languedoc - Roussillon, Vallée du Rhône


Sauvignon blanc

Die Rebsorte Sauvignon Blanc gelangte in Bordeaux bereits vor ihrer weltweiten Verbreitung zu Ruhm und Ehren. In der Assemblage mit Sémillon ist sie für den guten Ruf der Weine aus Graves verantwortlich und hat erst kürzlich den Weinen der AOC Entre Deux Mers neuen Aufschwung verliehen. Sie wird zudem auf den hervorragenden Kalkböden von Sancerre angebaut. Da sie sehr anpassungsfähig ist, konnte sie sich auch in das Languedoc ausbreiten, wo sie einen maßgeblichen Anteil am Erfolg der Vins de Pays dieser Region hat. Die mit Sauvignon Blanc bestockten Rebflächen weiten sich immer weiter aus und bedecken allein in Frankreich 20.000 Hektar, weltweit sind es insgesamt 45.000 Hektar. Durch die moderne önologische Forschung wurde es möglich, den Mechanismus der Aromenfreisetzung zu verstehen. Heute weisen die aus dieser Rebsorte gewonnenen Weine eine außergewöhnliche Ausgewogenheit zwischen Aromakraft (Johannisbeerblätter, Pampelmuse, Buchsbaumholz, Zitrusfrüchte, Narzisse…), Vollmundigkeit und Lebhaftigkeit auf, was diese Rebsorte zum „Bestseller“ unter den Weißweinen in zahlreichen AOC sowie unter den Vins de Pays macht.

Wo findet man diese Rebsorte?
Bordeaux, Bourgogne, Languedoc - Roussillon, Provence, Sud-Ouest, Val de Loire, Vallée du Rhône


Sémillon

Diese große Rebsorte aus dem Bordelais ist sehr ertragreich, robust und wenig anfällig für die üblichen Weinkrankheiten. Gegen Ende der Reifungsphase kann sie unter feuchten Klimabedingungen jedoch leicht faulen. In dem um Sauternes herrschenden Mikroklima mit trockenen und sonnigen Tagen dagegen eignet sie sich optimal für die Edelfäule, welche zur Herstellung von edelsüßen Weinen unverzichtbar ist. 40 Prozent der insgesamt 35.000 Hektar, die weltweit mit Sémillon bestockt sind, befinden sich in Bordeaux und Aquitanien, da die Rebsorte Sémillon hier ein günstiges Klima mit schönen Spätherbsten vorfindet. In der Assemblage mit Sauvignon Blanc und Muscadelle zeichnet sie für die Weißweine dieser Region verantwortlich, deren Aushängeschild die Weine der AOC Pessac-Léognan und Sauternes sind. Diese Rebsorte ist unauffälliger als Sauvignon Blanc und bringt in die Assemblage weniger Säure, eine größere Rundheit sowie Noten von Trockenobst, Mandeln, Birnen und Honig ein.

Wo findet man diese Rebsorte?
Bordeaux, Charentes, Sud-Ouest, Val de Loire


Ugni-Blanc

Die Rebsorte Ugni Blanc stammt ursprünglich aus Italien, stellt aufgrund ihrer Rebfläche (rund 100.000 Hektar) jedoch eine große französische weiße Rebsorte dar, die hervorragende Weine hervorbringt, die für die Destillation von Weinbränden unter den AOC Armagnac und Cognac zum Einsatz kommen. Seit einigen Jahrzehnten wird sie auch für die Herstellung von trockenen, aromatischen Weißweinen unter der Bezeichnung Vin de Pays angepflanzt. Vereinzelter findet man sie zudem in bestimmten AOC wie Cassis, Bordeaux oder Côteaux d’Aix. Die Ugni Blanc-Traube ist sehr winterfrostempfindlich und fühlt sich daher in milden Regionen wohl. Im nördlichen Anbaugebiet (Cognac) wird aus dieser Rebsorte ein säurereicher und alkoholarmer Wein gewonnen, der sich optimal für das Brennen eignet. In den wärmeren Anbaugebieten werden aus Ugni Blanc frische, aromatische und sehr durststillende Weine gekeltert. In der Provence erlangen die Weine durch Assemblage mit Ugni Blanc sogar Fettigkeit sowie komplexere Noten von Pinienharz, Quitte und Zitrone.

Wo findet man diese Rebsorte?
Champagne, Charentes, Provence, Sud-Ouest, Vallée du Rhône


Viognier

Schon vor langer Zeit siedelte sich die Rebsorte Viognier auf den schwer zugänglichen Terrassen von Condrieu und Château Grillet an der nördlichen Rhône an. Da sie schwer zu züchten und wenig ertragreich ist, gestaltet sich der Anbau dieser Traube nicht gerade leicht. Ihre aromatischen Qualitäten haben jedoch zahlreiche Weinerzeuger auf der ganzen Welt in ihren Bann gezogen. Auch wenn Viognier heute im Vergleich zu anderen Rebsorten bei der Weinbereitung noch eine eher untergeordnete Rolle spielt, liegt sie in zahlreichen Erzeugerländern doch stark im Trend. In Frankreich hat sie sich bereits über ihr ursprüngliches Anbaugebiet hinaus im Languedoc und im südlichen Rhônetal ausgebreitet. Mit einem runden und wenig säuerlichen Geschmack stellt Viognier eine Rebsorte dar, die vor allem durch die Feinheit ihrer Aromen geprägt ist, wie Aprikose, weißer Pfirsich, Gewürze, Honig und weiße Blüten. Sie erlebt in Frankreich seit den 80er Jahren mit der Geburt der Vins de Pays einen spektakulären Aufschwung, und zwar sowohl sortenrein als auch in der Assemblage mit Chardonnay oder Sauvignon.

Wo findet man diese Rebsorte?
Languedoc - Roussillon